
Haben die Überschwemmungen 2024 in Brasilien die größte erstickte Lagune der Welt bedroht?
Im Jahr 2024 führten außergewöhnliche Regenfälle zu katastrophalen Überschwemmungen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Diese Unwetter haben die Patos-Lagune, die größte erstickte Lagune des Planeten, tiefgreifend beeinträchtigt. Mithilfe von Satellitenbildern konnten Forscher die Auswirkungen dieser Fluten auf dieses lebenswichtige Küstenökosystem beobachten. Die Flutwassermassen spülten eine beispiellose Menge an Sedimenten in die Lagune, wodurch sich eine Trübungsfahne bildete, die bis zu 3.000 km² – fast 30 % ihrer Oberfläche – bedeckte. Diese Fahne könnte bis zu 5 Millionen Tonnen Schwebstoffe transportiert haben, was die Wasserqualität und ökologische Dienstleistungen wie Fischerei oder Schifffahrt schwerwiegend beeinträchtigte.
Die 250 km lange und flache Patos-Lagune spielt eine Schlüsselrolle für die biologische Vielfalt und die lokalen menschlichen Aktivitäten. Die umliegenden Flüsse, insbesondere der Fluss Guaíba, münden hier ein und beeinflussen ihre hydrologische Dynamik. Während der Überschwemmungen führte der außergewöhnliche Abfluss des Guaíba massenhaft Sedimente ein, was zu einer Rekordtrübung führte. Satellitendaten zeigten, dass die Konzentration an Schwebstoffen in einigen Gebieten extreme Werte erreichte und 350 mg pro Liter überschritt. Diese erhöhte Trübung hielt wochenlang an, veränderte die aquatischen Lebensräume und bedrohte die einheimischen Arten.
Wissenschaftler betonen, dass der Klimawandel diese Phänomene verschärfen könnte. Prognosen deuten auf eine Zunahme der Niederschläge in der Region hin, was das Risiko von Überschwemmungen und Erosion erhöhen würde. Ohne eine dauerhafte Überwachung der Wasserqualität könnten sich die Folgen für die 2,4 Millionen Einwohner, die um die Lagune leben, verschlimmern. Die angesammelten Sedimente verändern auch den Meeresboden, erschweren die Schifffahrt und verringern das für das aquatische Leben verfügbare Licht.
Diese Studie zeigt die Dringlichkeit auf, Anpassungsstrategien zum Schutz dieses fragilen Ökosystems zu entwickeln. Fernerkundungstools erweisen sich als entscheidend, um die Entwicklung der Trübung in Echtzeit zu verfolgen und zukünftige Risiken vorherzusehen. Die Ergebnisse erinnern daran, dass extreme Ereignisse, die durch die globale Erwärmung verstärkt werden, ein proaktives Management der Wasserressourcen und Küstengebiete erfordern.
Mentions des sources
Publication citée
DOI : https://doi.org/10.1007/s12237-026-01701-w
Titre : Earth Observation Records of Extreme Sediment Mobilization in the World’s Largest Choked Lagoon During the 2024 Southern Brazil Flood Catastrophe
Revue : Estuaries and Coasts
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Sergio M. M. Cárdenas; Juliana Tavora; María L. C. Rosa; Harriet L. Wilson; Elisa H. Fernandes; Jair Weschenfelder